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MORE OF SAMURAI OF PROG:

SAMURAI OF PROG: On We Sail
ab sofort lieferbar
Das neue Studioalbum der Symphonic Progger
Format: CD | BestellNr.: 23830
Preis: € 15,99
SAMURAI OF PROG: The Imperial Hotel
VÖ: 17.10.2014
Entwachsen ist The Samurai Of Prog" wohl einem dieser Musea-Gedanken, die Prog-Monsterwerke zu allerlei historischen Geschichten einspielen ließen und veröffentlichten.
Format: CD | BestellNr.: 21854
Preis: € 15,99
SAMURAI OF PROG: Secrets Of Disguise
VÖ: 2013
The multi-national band THE SAMURAI OF PROG is back with a double-album, putting ist own spin on classic Progressive rock tunes plus new compositions. Performances and recordings are of the highest quality, and the CDs are accompanied by a beautiful forty-page booklet. This is a lovely homage to many of Progressive rock music's great works, some well-known and some lesser-known gems. We also see the band maturing into their own identity, as this, their second album, finds them penning fresh original tunes as well. THE SAMURAI OF PROG is joined by a bevy of guest artists, making Secrets Of Disguise" (Musea, 2013) a rich and textured feast for the ears.
Format: CD | BestellNr.: 22658
Preis: € 18,99

SAMURAI OF PROG: LOST AND FOUND 2CD 


VÖ: 06.05.2016
The album will feature the talent of Tom Doncourt (Cathedral), Chip Gremillion (Lift), Vinny Kusy (Odyssey), Stefan Renström (Simon Says), Ákos Bogati-Bokór (Yesterdays), David Myers (The Musical Box), Johan Oijen (Brighteye Brison) and many more.

"The Samurai of Prog"!

Mal ehrlich, kennt jemand von Euch einen dämlicheren Bandnamen? Samurai hießen die Mitglieder des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. Das macht Marco Bernard, Steve Unruh und Kimmo Pörsti zu – wozu genau? Zu bewaffneten Progmusikern? Zu vorindustriellen Japanern? Ich check es nicht. Keine Angst, ich sag jetzt nicht "tertium comparationis".

Ich meine, wir alle wissen, dass bei Bands, die das Wort "Prog" im Namen tragen, Vorsicht geboten ist. ProgressiveXperience, The Prog Collective, United Progressive Fraternity. "Schau! Schau! Wir machen Prog!" – grusel. Meist stecken deren Alben dann auch noch in den geschmacklosen Covern von Ed Unitsky. Hörmer doch auf.

Doch horch! Die Samurai des Prog! – aber dazu gleich mehr. Erstmal sei das hochinteressante Konzept des Albums umrissen. Und das geht so: Man approachte mehr oder weniger namhafte Bands aus den 70ern, der klassischen Zeit des Progressive Rock, und fragte sie: Hey! Gibt es da irgendwelche archivierte Songs, zu deren Aufnahme Ihr nie gekommen seid? Vielleicht, weil Ihr damals keinen Plattenvertrag hattet, oder weil der Song nie so richtig auf eins Eurer Alben gepasst hat? Wie wär's, wenn wir diesen Song arrangieren, einspielen, und einer von Euch als Gastmusiker bei uns mitspielt? - Klasse Idee, oder? Die Samurai haben das schon mir großem Erfolg auf ihrem letzten Album gemacht, mit Englands "The Imperial Hotel" Diesmal haben die Bands Odyssey, Quill, Cathedral, Lift und Pavlov's Dog Songs gespendet.

Die – öhrm - Samurai des Prog haben diese Songs dann teilweise originalgetreu eingespielt, teils kräftig überarbeitet. Und wenn nicht alle bereits zuvor große verlorene Perlen des klassischen Progs gewesen sind, so sind sie nun immerhin zu Perlen des Retroprogs geworden. Denn so bescheuert der Bandname auch ist: Die Jungs haben echt was drauf!

Geht gleich los mit "Preludin'" von Pavlov's Dog (bekannt von "Pampered Menial" und "The Pekin Tapes" - Gast hier: Steve Scorfina). Ein gutgelaunter Folkprogger, wie ihn Big Big Train schon lange zu schreiben versuchen. Alles da: Folk, ordentlich Prog, bissl Neoklassik, Flöte und Geige; selbstverständlich klingt das Ganze nach Tull anno 1977. Check!

Nach einem kurzen Klavierstück a la "Close to Home" (von Keith Emerson), wie es für die Samurai des Prog offenbar mittlerweile Standard ist (ich kenne deren andere Alben nicht, ein Fehler, den ich zu korrigieren gedenke) geht es weiter mit dem ersten abendfüllenden Schinken, "Inception" von der usanischen Band Lift, der Einflüsse dreier großer Progbands der Siebziger aufgreift: Genesis, Yes und ELP und damit einen ganz anderen Charakter hat als das folkige "Preludin'". Stargast ist hier Chip Gremillion von Lift.

Es folgt das episch-prunkige "She (Who Must Be Obeyed)" von Odyssey, dass die Samurais wohl sehr an Yes erinnerte, weshalb sie Jon Davison engagierten, es zu singen. Im ersten Moment lehnt man das Stück reflexhaft ab, weil Davisons Stimme schockierende Flashbacks an Yes' grauenvolles "Heaven & Earth" triggert, wenn dieser Effekt nachlässt, und der Song sich zu einem Stück entwickelt, dass eher auf eins der "Keys to Ascension"-Alben gepasst hätte, kann man es dann aber doch genießen – auch wenn es von allen Stücken auf "Lost an Found" am wenigsten aufregend ist.

Mit "Plight of the Swan" steigt die Qualität dann wieder. Dieser Song von Cathedral wurde nach ihrem großartigen "Stained Glass Stories"-Album geschrieben, aber nie aufgenommen. Lediglich eine Live-Version von 1978 fliegt irgendwo im Netz rum. Ein unbedingter Hörtipp, denn das Stück ist großartig. Grandioser, intensiver Orgelprog aus der späten Hochphase des Genres. Wer diesen verlorenen Klassiker schon immer mal in einer Studioversion hören wollte, der kann das hier auf "Lost and Found" nun endlich tun. Großartig!

CD2 enthält einen einzigen, fast eine Stunde langen Track: "The Demise". Er stammt im Original von Quill, einer Band aus Kalifornien, die 1977 mit "Sursum Corda" ihr einziges Album veröffentlichte. Zu "The Demise" gibt es eine Vorgeschichte, die Kollege Achim in seiner Rezension zu "Sursum Corda" erzählt hat:

"Im Beiheft der Syn-Phonic-CD ["Sursum Corda"] wird übrigens ein nie veröffentlichtes zweites Album der Band erwähnt, welches das Opus "The Demise of the Third King's Empire" enthalten soll. Mit diesem aufwendigen einstündigen und laut Beiheft im Vergleich zu "Sursum Corda" ungemein reiferen Werk ging Quill 1978-79 auf Tournee, ehe ihnen nach gut 24 Konzerten das Geld ausging. Danach fiel die Band auseinander. Wenn es also wirklich noch Aufnahmen von "The Demise" gibt, schlummert da vielleicht noch ein später US-Prog-Höhepunkt in irgendeiner Schublade. Schauen wir mal!

Nachtrag: Wie mir Greg Walker auf Nachfrage mitteilt, gibt es in der Tat eine Aufnahme von "The Demise of the Third King's Empire". Allerdings handelt es sich dabei um einen Konzertmitschnitt von schlechter Klangqualität, der nicht veröffentlichungswürdig ist. Die Musiker von Quill spielen aber mit dem Gedanken das Ganze neu einzuspielen. Bisher ist es allerdings aus Geldmangel nicht dazu gekommen. Schauen wir mal!"

Zwei Schauenwirmals, die die Samurai of Prog nun mit Hilfe von Quills Ken DeLoria und Keith Christian eingelöst haben. und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt! "The Demise" ist ein großes kleines Meisterwerk des klassischen Progs, ein episches Konzeptwerk über die Suche nach einem magischen Buch, das einige Anleihen bei Filmmusik und Musical in einen monströsen Progschinken integriert, der seinesgleichen such, selbst in unserem Genre, das bekanntlich, was Opulenz angeht, nicht gerade zurückhaltend ist.

"The Samurai of Prog" haben sich mit diesem Album um den klassischen Prog aus der zweiten Reihe wahrhaft verdient gemacht. Wer sich nicht von dem bescheuerten Namen und dem kitschigen Albumcover abschrecken lässt, kann hier einige längst verlorene musikalische Perlen entdecken, die alle Mühe wert waren, derer es bedurfte, sie ans Tageslicht zu fördern. Großartig!
Review: Nik Brückner/BBS - 13/15 Punkten

Format: CD | BestellNr.:21363 | Preis: € 19,99  



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