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CRAVEN, BEN

Last Chance To Hear CD

€17.99 * Prices incl. VAT plus shipping costs
  • 35617
  • CRAVEN, BEN
  • CD
  • PROGRESSIVE
  • 29.03.2016
Australien-Import! Das Ende der Musikindustrie wie wir sie kennen: Oft herbeigeredet und... more
Australien-Import!

Das Ende der Musikindustrie wie wir sie kennen: Oft herbeigeredet und letztlich sogar herbeiproduziert durch mehr oder weniger geschickte Entscheidungen der Musikmanager und ganz entscheidend durch rasant fortschreitende Technologieentwicklungen und -neuerungen. Ben Craven ist nach meinem Kenntnisstand aber nun der erste Musiker, der sich dieses Themas gleich im Albumformat annimmt und beklagt, dass „…niemals Musik von so vielen Menschen gemacht und gleichzeitig von so wenigen Menschen gehört wurde“.

Dieses Statement trägt dem Umstand Rechnung, dass die Verfügbarkeit von Aufnahme- und Veröffentlichungsmöglichkeiten noch nie so vielen Musikern zugänglich war und genutzt wurde und parallel dazu die Bereitschaft, für diese Musik beispielsweise auch noch zu bezahlen, in der breiten Masse noch nie geringer war. Ob digitale Formate die physischen Tonträger verdrängen scheint nicht einmal mehr die Frage zu sein; eher der Zeitpunkt wird noch diskutiert. Und dennoch darf man feststellen, dass sich auch dem digitalen Trend aktuelle Entwicklungen entgegenstellen und sich eine gewisse Form der Diversifizierung ergibt. In der Tat: Noch nie gab es so viele Kanäle, sich Musik verfügbar zu machen – vom klassischen und wiederbelebten Vinylformat bis hin zu vielfältigen Streaming-Services. Ein Thema also, das nicht leicht zu fassen ist und musikalisch spannend und interessant vom Australier inszeniert wird.

Craven entwickelt seinen Stil stimmig weiter: Von soundtrackartigen Landschaften über Ambient-Elemente bis hin zu klassischen Prog-Sounds im Stil von Yes‘ Awaken. Das ist voluminös, hochmelodiös und durchaus schöngeistig – eine Wonne, wie die jubilierenden Gitarrensoli in Spy In The Sky Part 3 von schönen Moog-Sounds flankiert werden. Das hat zeitweise etwas Erhebendes, geradezu Ätherisches.

Gegenüber dem Vorgängeralbum sind die Instrumentalteile viel stärker betont. Das ist stimmig, denn sie sind ausgesprochen variantenreich und so aussagekräftig, dass der Gesang manchmal sogar eher etwas stört: Die Vokal-Beiträge wirken nämlich etwas merkwürdig und so cool es sicher ist, Captain James T. Kirk alias William Shatner als Rezitator an Bord zu haben, fügen sich seine Wortbeiträge nicht ganz nahtlos ein.

Die zweite Albumhälfte – sinnigerweise Side Two betitelt – wirkt nicht mehr ganz so einheitlich, strukturiert und stimmig wie die erste Hälfte. Da gibt es Song-Entwürfe im Stile von ELPs Are You Ready, Eddy, neben welchem dann ein nachdenklich-melancholisches Piano-Stückchen recht verloren dasteht und vom Prog’n-Roll-Sound a la Yes‘ Going For The One überrollt wird. Man merkt es schon – mit zunehmender Dauer des Albums diversifizieren sich die Stücke. Aber es bleibt dennoch beim insgesamt symphonisch-harmonischen Klangbild, Schrägheiten oder gar kakophonische Kaskaden sucht man vergeblich. Irgendwie ist es spannend, die Qualität der Stücke ist hoch und zudem wurde das Album durch die Künstlerin Freyja Dean (ja, der Nachname ist kein Zufall – lohnenswert: http://www.freyjadean.com) mit einer schicken Verpackung schön in Szene gesetzt. Apropos in Szene gesetzt: Auf der beigefügten DVD lassen sich neben einigen recht schrägen Videos zu ausgewählten Songs des Album auch 21 Minuten "Making Of" ansehen. Hier gibt Ben Craven interessante Einblicke in seine Arbeitsweise und die Abläufe während der langen Zeit der Albumproduktion.

Last Chance To Hear ist ein Bad des Wohlklangs, ein Album, das den Hörer wirklich in eine andere Welt entführt und die Gegenwart ausblenden lässt. Beklagt Ben Craven, dass bei vielen Hörern die Album-Mentalität verloren gegangen ist und im Zeitalter von Playlisten die Stücke aus ihrem Kontext gerissen werden, so hat er hier sehr geschickt ein Album konzipiert, bei dem man nicht so leicht ein zentrales Stück identifizieren oder herausgreifen kann. Foglich bleibt dem Hörer nicht viel anderes übrig, als „die letzte Chance“ zu ergreifen – und Ben Cravens zweites Album dann auch in seiner Gänze als Album zu hören und wahrzunehmen. Wie früher.
HS/BBS - 11/15 Punkten
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