
REUTER MOTZER GROHOWSKI
Bleed
- Order number: 36876
- Format: CD
- Genre: PROGRESSIVE
- Erscheinungsdatum: 03.02.2023
Der Schlagzeuger Kenny Grohowski spielte bereits auf zahlreichen Alben anderer Künstler, die... more
Der Schlagzeuger Kenny Grohowski spielte bereits auf zahlreichen Alben anderer Künstler, die meistens den jazzigen Genres zugewandt sind. Grohowski trommelt regelmäßig für den Jazz-Avantgardisten John Zorn, als Mitglied der blackened Jazz-Metal-Truppe Imperial Triumphant, bei den Metal-Jazzern von Kilter und als Mitglied des improvisierenden Quartetts PAKT.
Auch wenn es auf unseren Seiten im Moment noch nicht danach aussieht, ist der stilistisch vielseitige Gitarrist Tim Motzer seit ca. zwanzig Jahren als Musiker aktiv. Er hat neun an Soundscapes orientierte Solo-Alben veröffentlicht und ist auf rund Hundert Alben seiner Kollegen und Kolleginnen zu hören. Markus Reuter muss man wahrscheinlich niemandem hier vorstellen.
Die im Kollektiv entwickelte improvisierte Musik, bei der man sich manchmal als Musikfreund erstaunt fragt, ob das wirklich alles spontan live komponiert wurde, gehört offenbar zu den Stärken von Grohowski, Motzer und Reuter. Das war bei PAKT und bei der ersten CD des Trios Reuter Motzer Grohowski, die 2020 als „Shapeshifters“ das Licht der Welt erblickte ganz sicher der Fall. Auf „Shapeshifters“ wurde die erste musikalischen Begegnung von Markus Reuter, Tim Motzer und Kenny Grohowski festgehalten, die in ShapeShifter Lab in Brooklyn stattfand. Wobei Motzer und Reuter schon seit 2008 zusammen musizieren und mit Grohowski vorher nicht gespielt haben.
Alle Mitglieder des damals ganz neuen Trios waren von ihren explosiven (wie Motzer schreibt) Improvisationen begeistert. Bei den Sessions zu „Bleed“ hatte Motzer den Eindruck, die Musik sucht sich den Weg durch die Musiker. Was der Philosophie von Fripp ähnelt, der Musiker sei nur Werkzeug und das Medium für die Musik.
Das Modern Prog / Post Crimson-Power Trio Reuter Mother Grohowski bietet auf „Bleed“ sehr überzeugende Kollektivimprovisationen, die auf perfekter Verständigung zwischen zwei Gitarristen und einem Drummer zu beruhen scheinen.
Es handelt sich hierbei um Spontan-Kompositionen, deren Enstehungsprozess auch den Beteiligten mitunter rätselhaft erscheint. Oft entwickeln sich die Stücke langsam aus einer jazzig-ambientartigen Kulisse heraus, um nach einigen Minuten zu geradezu apokalyptischen Crescendos zu mutieren. Einige Rhodes Piano-, Mellotron- und Hammond-Spuren wurden nachträglich hinzugefügt, um die Arrangements ein Stück dichter, dramatischer, symphonischer zu gestalten.
Die begleitenden Gitarrenschleifen gehören natürlich dazu, wie meistens bei Markus Reuter. Die beiden Gitarristen scheinen sich in ihren Beiträgen abzuwechseln und zu ergänzen. Mitunter begleitet Motzer die Solos von Reuter als Bassgitarrist, oder in seiner Eigenschaft als akustischer Gitarrist. In einem Teil von „Monolith“ - für mich dem Höhepunkt des Albums - steuert ein Gitarrist repetitive Akkorde bei, während der andere die Basssolos absolviert. In „Monolith“ sorgen die begleitenden Mellotronparts für ein ganz besonderes King Crimson-Erlebnis. Möglicherweise sind die intensiven Post-Crimson-Parts eher Markus Reuter zuzuordnen, während die an den jazzig angehauchten Soundscapes orientierten Einfälle zu den Favoriten von Tim Motzer gehören dürften. Die hervorragenden Jazz-Prog-Gitarrensolos in „Free in The Now“, die man gleichermaßen mit Allan Holdsworth und David Torn vergleichen könnte, möchte ich mal spontan Tim Motzer zuschreiben. Allerdings ohne Gewähr.
Die drei Tracktitel, nebeneinander gestellt geben gut meinen Eindruck von der Musik auf „Bleed“ wieder: „Free in the Now“, „Impenetrable“ und „Monolith“.
Die apokalyptischen post Crimson-Improvisationen stehen hier neben den vergleichsweise entspannten Soundscapes-Passagen.
„Bleed“ sollte alle Freunde von im Kollektiv entstandenen disziplinierten Modern Prog-Improvisationen in Begeisterung versetzen.
S. Zielinski/BBS - 11/15 Punkten
Tracklist:
1. Bleed 11.21
2. Causatum 8.14
3. Sibylline 11.31
4. Monolith 14.30
5. Oracle Chamber 7.03
6. Impenetrable 6.01
7. Free in the Now 6.20
8. Externalities of the Truest University 8.39
Laufzeit73:39
Auch wenn es auf unseren Seiten im Moment noch nicht danach aussieht, ist der stilistisch vielseitige Gitarrist Tim Motzer seit ca. zwanzig Jahren als Musiker aktiv. Er hat neun an Soundscapes orientierte Solo-Alben veröffentlicht und ist auf rund Hundert Alben seiner Kollegen und Kolleginnen zu hören. Markus Reuter muss man wahrscheinlich niemandem hier vorstellen.
Die im Kollektiv entwickelte improvisierte Musik, bei der man sich manchmal als Musikfreund erstaunt fragt, ob das wirklich alles spontan live komponiert wurde, gehört offenbar zu den Stärken von Grohowski, Motzer und Reuter. Das war bei PAKT und bei der ersten CD des Trios Reuter Motzer Grohowski, die 2020 als „Shapeshifters“ das Licht der Welt erblickte ganz sicher der Fall. Auf „Shapeshifters“ wurde die erste musikalischen Begegnung von Markus Reuter, Tim Motzer und Kenny Grohowski festgehalten, die in ShapeShifter Lab in Brooklyn stattfand. Wobei Motzer und Reuter schon seit 2008 zusammen musizieren und mit Grohowski vorher nicht gespielt haben.
Alle Mitglieder des damals ganz neuen Trios waren von ihren explosiven (wie Motzer schreibt) Improvisationen begeistert. Bei den Sessions zu „Bleed“ hatte Motzer den Eindruck, die Musik sucht sich den Weg durch die Musiker. Was der Philosophie von Fripp ähnelt, der Musiker sei nur Werkzeug und das Medium für die Musik.
Das Modern Prog / Post Crimson-Power Trio Reuter Mother Grohowski bietet auf „Bleed“ sehr überzeugende Kollektivimprovisationen, die auf perfekter Verständigung zwischen zwei Gitarristen und einem Drummer zu beruhen scheinen.
Es handelt sich hierbei um Spontan-Kompositionen, deren Enstehungsprozess auch den Beteiligten mitunter rätselhaft erscheint. Oft entwickeln sich die Stücke langsam aus einer jazzig-ambientartigen Kulisse heraus, um nach einigen Minuten zu geradezu apokalyptischen Crescendos zu mutieren. Einige Rhodes Piano-, Mellotron- und Hammond-Spuren wurden nachträglich hinzugefügt, um die Arrangements ein Stück dichter, dramatischer, symphonischer zu gestalten.
Die begleitenden Gitarrenschleifen gehören natürlich dazu, wie meistens bei Markus Reuter. Die beiden Gitarristen scheinen sich in ihren Beiträgen abzuwechseln und zu ergänzen. Mitunter begleitet Motzer die Solos von Reuter als Bassgitarrist, oder in seiner Eigenschaft als akustischer Gitarrist. In einem Teil von „Monolith“ - für mich dem Höhepunkt des Albums - steuert ein Gitarrist repetitive Akkorde bei, während der andere die Basssolos absolviert. In „Monolith“ sorgen die begleitenden Mellotronparts für ein ganz besonderes King Crimson-Erlebnis. Möglicherweise sind die intensiven Post-Crimson-Parts eher Markus Reuter zuzuordnen, während die an den jazzig angehauchten Soundscapes orientierten Einfälle zu den Favoriten von Tim Motzer gehören dürften. Die hervorragenden Jazz-Prog-Gitarrensolos in „Free in The Now“, die man gleichermaßen mit Allan Holdsworth und David Torn vergleichen könnte, möchte ich mal spontan Tim Motzer zuschreiben. Allerdings ohne Gewähr.
Die drei Tracktitel, nebeneinander gestellt geben gut meinen Eindruck von der Musik auf „Bleed“ wieder: „Free in the Now“, „Impenetrable“ und „Monolith“.
Die apokalyptischen post Crimson-Improvisationen stehen hier neben den vergleichsweise entspannten Soundscapes-Passagen.
„Bleed“ sollte alle Freunde von im Kollektiv entstandenen disziplinierten Modern Prog-Improvisationen in Begeisterung versetzen.
S. Zielinski/BBS - 11/15 Punkten
Tracklist:
1. Bleed 11.21
2. Causatum 8.14
3. Sibylline 11.31
4. Monolith 14.30
5. Oracle Chamber 7.03
6. Impenetrable 6.01
7. Free in the Now 6.20
8. Externalities of the Truest University 8.39
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