DIRTY SWEET

Once More Unto The Breach

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  • 25063
  • DIRTY SWEET
  • CD
  • HARDROCK
  • 29.11.2017
Mit ihren 2 Studioalben aus den Jahren 2007 und 2010 galt die Band aus San Diego als sicherer... mehr

Mit ihren 2 Studioalben aus den Jahren 2007 und 2010 galt die Band aus San Diego als sicherer Topkandidat im Rennen um die Retrorock-Krone. Live konnten wir uns damals persönlich ein Bild machen - 2010 spielten DIRTY SWEET im Wild At Heart / Berlin und hatten trotz widriger Umstände den Saal im Sturm erobert.


Aber, wie so häufig kommt es anderes als geplant und die jungen Hoffnungsträger verschwanden von der Bildfläche… bis jetzt.


Mit „Once More Unto The Breach“ meldet sich die Band zurück. Angeführt vom charismatischen Sänger Ryan Koontz ist das Line-Up fast identisch geblieben. Neben dem reaktivierten Gitarristen des Debütalbums, Mark Murino, hat man sich nur mit einem neuen Mitglied (Andrew McKeag - git.) verstärkt. Der stilistischen Grundausage bleibt man sich treu, nicht ohne den Gesamtsound etwas breiter und leicht psychedelischer erklingen zulassen. Ganz gleich in welche Schublade man die Band sortieren möchte, diese fünf gestandenen Musiker haben das Können, den Willen und die Songs, um alle Fans echter fesselnder Rockmusik zu überzeugen.


Fun fact: die Record-Releaseparty im Casbah in San Diego war komplett ausverkauft - wenn das kein gutes Omen ist!|


 


 

DIRTY SWEET stammen (oh Wunder nicht aus Schweden, sondern) aus San Diego und spielen vergangenheitsbewussten Hardrock, der mit „Once More Unto The Breach“ auf Album Nummer 3 vorliegt. Und:

Es wird ALLER-höchste Zeit, dieses Album mit heißen Empfehlungen zu versehen.

Der Albumtitel „Once More Unto The Breach“ – „ein weiteres Mal bis zum Bruch“ verdeutlicht schon viel über den Gehalt dieser Band, der man, sie als bloße, wenn auch talentierte Stilkopisten bezeichnend, großes Unrecht antut. Nicht allein deutet sich in diesem Titel der allgemeine Hang der Band zum eher Dunklen, Zwischenweltlichen an, sondern auch ihre musikalische Hingabe, die sich permanent hören lässt und die eine äußerst – um den Namen einer bedauerlicherweise toten Band zu zitieren – Seelen-aufladende Wirkung hat.

DIRTY SWEET präsentieren mit „For All Time“ und „Cellar“ gleich zwei Höhepunkte des Albums als dessen Begrüßungskomitee. Ersteres Stück zeigt sich zunächst den frühen DEEP PURPLE anverwandt, ehe ein unvermittelter Übergang zu leiser Verletzlichkeit und sodann der Sprung in ein bunt vernebeltes Unendliches dem Song eine ganz andere Färbung verleihen. „Cellar“ kommt härter, rhythmischer, fordernder daher, hier fallen neben DEEP PURPLE auch LED ZEPPELIN ein, fast kann man Robert Plant in lasziven Hüftzuckungen sehen.

Stichwort Robert Plant: Ein wesentlicher Beitrag zur Kraft dieser Platte kommt von Sänger Ryan Koontz. Seine mittelhoch angesetzte, leicht rauhe Stimme verträgt sich als energetisches Deklamieren mit den härteren Seiten des Albums ebenso wie mit den leiseren, die er gefühlvoll sowohl zu besingen, als auch zu beflüstern weiß.

Gelegenheit dazu bekommt er in „Battered Love“ und „Runnin‘“, nachdem die Band mit „Desert Flower“ ihre rootsige Seite zum Vorschein gebracht hat. „Battered Love“ ist, wie der Titel andeutet, eine traurige Liebesballade, nach Omas Vorbild in ordentlich Schmalz gebacken, aber alles andere als ungenießbar – im Gegenteil kann man sich „Once More Unto The Breach“ sogar trefflich von diesem „Ausreißer“ her erschließen: Das starke spürbare Eigene im Bekannten, das ehrlich Gefühlte und ehrlich Gemeinte, das das Album zu einem bereichernden Erlebnis ohne Abnutzungserscheinungen macht.
Auch „Runnin‘“ ist leise und melancholisch angelegt, jedoch auf eine gänzlich andere, viel leichtere Weise, ein sanfter Morgensong, ehe das schwer-schmissige „Father Mercy“ an frühe QUEENS OF THE STONE AGE oder auch ZZ TOP erinnert.

„Nightmare Town“ beweist (erneut), dass DIRTY SWEET viel mehr zu sagen haben, als sich in achtmal Hardrock + einmal Ballade ausdrücken lässt. Hier hat man es mit einem zurückhaltenden, lauernden Spaziergang durch eine nächtliche Wüstenstadt zu tun, wesentlich bestimmt von einer prägnanten Bassline und gelegentlichem Mundharmonikaspiel. Die Art, wie auf diesem Fundament spannungsgeladener und zur – auch eintretenden – Entladung drängender Gesang inszeniert wird, erinnert an die oben erwähnten SIMEON SOUL CHARGER.

Dies gilt zuweilen auch für das Finale „In The Garden“, in dem sich schwere, Hammondorgel-getränkte Ausbrüche letztlich von leisen, geheimnisvollen Passagen emanzipieren und der Band das letzte benötigte Dokument sind, um sich mit dem Zertifikat „exzellent“ schmücken zu dürfen.

FAZIT: Großartige, von innen nach außen funktionierende, emotional aufrichtige Rockmusik mit Hang zu Melancholie und amerikanischer Tradition.

Review: Tobias Jehle/musikreviews.de - 13/15 Punten




Dirty Sweet is an American rock band steeped in this nation’s musical roots, from country to R&B, gospel to classic rock and heavy metal to proto-grunge. A mixture of disparate influences such as The Rolling Stones, Belgian jazz guitarist Django Reinhardt and early U2 make them an interesting addition to today‘s budding rock climate. The San Diego-based quintet’s name perfectly describes their two-pronged approach to writing and performing, what the NME calls “skuzzy, ass-shaking rawk ‘n’ roll” crossed with the ability to pick up their acoustic guitars and craft a melodic ballad. A review of SXSW festival said of Dirty Sweet’s performance “Ryan Koontz gives you everything you need in a frontman, his commanding vocals matched by his shimmying and shaking across the stage. This band rips, with a born-in-a-garage sound and an effortless Sunset Strip strut that also appreciates the rootsy side of the street. Most importantly, they have a damn good time up there, with their faces beaming as they assault you with a balls-to-the-walls approach. Just a fan-freaking-tastic rock band, keep on eye on them.”

 

Tracklist:

1. For All Time

2. Cellar

3. Desert Flower

4. Battered Love

5. Runnin

6. Father

7. Walk Alone

8. Nightmare Town

9. In The Dark


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