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GODSTICKS

Emergence

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Die wärmste Drei-Mann-Umarmung Großbritanniens seit AMPLIFIER ist wieder da und beweist in... mehr

Die wärmste Drei-Mann-Umarmung Großbritanniens seit AMPLIFIER ist wieder da und beweist in wenigen Augenblicken, dass sie auf ihren letzten beiden Alben etwas nicht Selbstverständliches entwickelt hat – eine individuelle, stark ausgeprägte, einzigartige Signatur.


So dauert es nur Sekunden, bis man die GODSTICKS-DNA identifiziert hat. Den warmen, hallreichen Sound und die darin verborgenen Riffschnörkel. Das Wunder eingängiger Melodien, die sich aus eigentlich viel zu komplizierter Rhythmik zusammensetzen. Die näselnde Gesangsstimme, deren Harmonien ausgerechnet im Ausklang einer Zeile immer die Dissonanz suchen. Kurz, ungewöhnlich rockiger, gleichermaßen zugänglicher wie verschachtelter Prog, der sein ureigenes Süppchen kocht und sich weder an seine Mainstream-Kollegen noch an die Avantgarde anbiedert. Etwas länger benötigt man dagegen, um zu erkennen, dass das walisische Trio auf „Emergence“ eine nicht unerhebliche Veränderung vollzieht. Ließ man die Füße noch auf „The Envisage Conundrum“ auch mal baumeln, erfährt das neue Album eine deutliche Verhärtung der Fronten. Ob da Bruce Soord seine Finger im Spiel hat? Der PINEAPPLE THIEF-Leader, der auch diesmal wieder in einigen Songs als Backvokalist gastiert, hat aus seiner Stammband zuletzt schließlich auch das Hardrock-Konzentrat gepresst und die ruhigen Momente in den Hintergrund treten lassen. Im Falle von GODSTICKS führt die Konzentration allerdings nicht zu dem trockenen Soundbild der PT-Platten ab „Someone Here Is Missing“, sondern tatsächlich zur reinen Essenz ohne Aufgabe der Charakteristika, die man sich zuvor so sorgsam aufgebaut hat. Und das funktioniert hervorragend: „Emergence“ ist unter dem Strich einer dieser Dauerbrenner, die den CD-Schacht nicht mehr verlassen möchten, so wie man sie pro Jahr nur eine Handvoll Male zu Ohren bekommt. Der eigentliche Evolutionsschritt wird von Songs wie „One Percent“ markiert, das vielleicht auch auf SOENs „Tellurian“ gepasst hätte. Ein wahrer Spalter eigentlich: Soll man hier von Komplexität sprechen, von Härte oder von Ohrwurmqualitäten? Die Gitarre jedenfalls ist sehr präsent mit ungewöhnlich lauten und verdrehten Arrangements, die sich hinter der wie üblich breiten Streuung der Verzerrung verstecken; auch die Schlagzeugarbeit zeigt sich dominant und pendelt zwischen Pump-Groove und Takt-Überwürfen. Unter anderem „Exit Stage Right“ und nicht zuletzt das Titelstück verhalten sich ähnlich. Von der Art her ist das alles nicht so viel anders als das bislang gekannte Material, doch es scheint nochmals eine Spur konsequenter. Andere Stücke zeigen sich zwar auch mal offen gegenüber Rock-unkonformer Instrumentierung, etwa „Lack Of Scrunity“ mit seinen Trompeten und Posaunen, oder die balladeske Ausnahme „All That Remains“ samt Akustikgitarre und Streichern. Das kann jedoch nicht den Eindruck verwässern, dass dem Album eine ungewöhnlich fokussierte Arbeitsweise vorausgeht, deren Ziel Komprimierung und Reduktion gewesen sein muss. Was hier jeweils binnen vier bis sieben Minuten geschieht, ist wohl Kunstrock im Wortsin n: Rockmusik in einfach verständlicher Sprache, der jedoch ein ungemein aufwändiger Code zugrunde liegt.


FAZIT: Einlegen, aufdrehen, versinken. Das bislang Beste, was GODSTICKS zu bieten haben – 50 Minuten Dampfhammer-Prog, bei dem mindestens alle 10 Sekunden etwas von Belang passiert.

(S. Ganser/musikreviews.de -12.5/15)

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