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ABRAHAM, LEE

The Seasons Turn

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  • 21779
  • ABRAHAM, LEE
  • CD
  • PROGRESSIVE
Den mit Steve Kingman im Duo aufgenommenen Pop-Ausflug „Idle Noise“ nicht mitgezählt, ist dies... mehr

Den mit Steve Kingman im Duo aufgenommenen Pop-Ausflug „Idle Noise“ nicht mitgezählt, ist dies das bereits fünfte Soloalbum des britischen Musikers Lee Abraham, der Prog-Fans am ehesten als Bassist der britischen Neoprog-Institution Galahad zu Zeiten des Klassikers „Empires Never Last“ bekannt ist (und vielleicht noch von seinen Gastauftritten bei Cosmograf, d. Schlussred.?). Auf seinem neuen Soloalbum zeigt er sich als Multiinstrumentalist, erstaunlicherweise spielt er allerdings keine Bass-Gitarre. Diesen Part übernimmt, wie auch schon auf früheren Soloalben des Briten, Alistair Begg. Überhaupt sind fast alle Beteiligten des vorangegangenen 2014er-Albums „Distant Days“ auch hier wieder dabei, man ist also schon gut eingespielt, was dem Album auch anzumerken ist. Abraham bedient elektrische und akustische Gitarren, Tasteninstrumente und steuert noch Harmoniegesang bei. Bei den fünf Songs agieren folgende Musiker als Solosänger: Marc Atkinson, auch von Riversea bekannt, einem Duo zusammen mit Brendan Eyre, der vor nicht allzu langer Zeit wiederum in Zusammenarbeit mit Tony Patterson auf Northlands überzeugte, singt zwei Songs, darunter auch den fast 25-minütigen Titelsong, der das Album eröffnet und gleich ein Highlight für den Fan hymnischen Neoprogs darstellt. Da wird das ganze Register gezogen, feine Tastenarbeit, eine gesunde Portion Mellotron inklusive, elegische Gitarrensoli, und im Falle des Openers eine sehr angenehme und gut passende Stimme. Mit dem Titelsong weiß Abraham also schon mal kräftig zu punkten. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass hier Martin Orford an der Flöte agiert. Im weiteren Verlauf geht es stellenweise etwas mainstreamig zu, bestes Beispiel hierfür die Mitsing-Nummer ‚Say Your Name Aloud‘, gesungen von Mark Colton, ansonsten bei der britischen Neoprog-Band Credo tätig. Das knapp siebenminütige ‚Live For Today‘ sollte Fans von Frost begeistern können, was nicht zuletzt daran liegt, dass Dec Burke hier am Mikro agiert. Dass Abraham auch Balladen gut kann, beweist er mit dem siebenminütigen ‚Harbour Lights‘, das auf Pianoarbeit aufbaut und schließlich elegische Gitarrenparts und feine Mellotron-Einlagen enthält und noch zusätzlich durch die perfekt passende Stimme von Marc Atkinson gewinnt. Der 16-minütige Longtrack ‚The Unknown‘ beschließt das Album. Für diesen Song hat Abraham, der insgesamt ein feines Händchen bei der Auswahl der Sänger bewiesen hat, den Sänger der britischen Neoprog-Formation Tinyfish, Simon Godfrey, ausgesucht. Es wird noch mal ordentlich Abwechslung geboten. Neben hymnischem Neoprog weiß Abraham durchaus auch mal fette Riffs beizusteuern und neben einigen komplexen Arrangements überzeugt er hier auch mit gefühlvollen Gitarrensoli. Gut gemacht!

J. Meurer/betreutes-proggen.de/11-15




Der GALAHAD-Bassist bleibt eben sich sowie der Musik seiner Band auf seinem Solo-Album „The Seasons Turn“ treu und bewegt sich durch die IQ-Jahreszeit genauso wie ein paar herbstliche MARILLION-Blätter und all die anderen Naturerscheinungen, die seine Begleitmusikern und ihren Bands innewohnen: CREDO, FROST*, JADIS, IQ, COSMOGRAF und viele mehr. sodass viele Freunde neoprogressiver Jahreszeiten garantiert hier ihre musikalische Bestimmung finden, die sich zwischen bombastischen Keyboard-Passagen genauso wohl fühlt wie in schwebenden Gitarren-Soli und verträumtem Gesang von MARC ATKINSON (RIVERSEA, NINE STONES CLOSE, MANDALABAND), SIMON GODFREY (TINYFISH, SHINEBACK), DEC BURKE (DARWIN‘S RADIO, FROST*, AUDIOPLASTIK) und besagten Hymnen-Colton (CREDO). Die eigentlich Highlights des Albums liegen allerdings in den vielen akustischen Piano-Passagen, das bewegende Flöten-Spiel MARTIN ORFORDs (IQ, JADIS) auf „The Seasons Turn“ und das herrliche Saxofon, gespielt von DAVID VEAR, welches das letzte, gut 16 Minuten lange „The Unknown“ veredelt und zugleich auch den persönlichsten Text des Albums enthält, in dem es aus der Sicht eines Flüchtlings seinen tausende Meilen langen Weg in die (angebliche) Freiheit beschreibt.

(T. Koß/musikreviews.de)

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