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ELECTRIC ORANGE

Volume 10

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  • 18344
  • ELECTRIC ORANGE
  • CD
  • PROGRESSIVE
Welch seltsame Begriffe tauchen denn da in den Besetzungsangaben auf? Bei einer "Bass Violin"... mehr

Welch seltsame Begriffe tauchen denn da in den Besetzungsangaben auf? Bei einer "Bass Violin" sollte es sich eigentlich um ein "archaische" Bassgeige aus dem 17ten Jahrhundert handeln, eine Art Vorläufer des Cellos, aber etwas größer. Ein Zwischending zwischen Cello und Kontrabass ... was für eine Antiquität Tom Rückwald hier wohl bedient? Allerlei tiefer Streicherklang ist jedenfalls auszumachen, doch wird der auch vom Kontrabass kommen. Noisebass? Na, man höre halt mal das profunde Rumpeln und Krachen in "Worn Utopia"! Höherer Streicherklang könnte dagegen von der "Phonofiddle" stammen. Das ist wohl eine Strohgeige (nein, die hat keine Saiten aus Stroh, sondern wurde von einem Herrn namens Johannes Matthias Augustus Stroh erfunden), ein Ding, das aussieht wie eine Kreuzung aus Violine und Trompete. Die Saitenschwingung werden bei dem Instrument auf eine Membran übertragen, deren Luftschwingungen dann durch einen Trichter aus Metall verstärkt werden. Das klangliche Ergebnis sollte um einiges lauter sein, als bei einer normalen Violine. Dann gibt es da noch allerlei angestaubte Tasteninstrumente. Eine Philicorda ist eine der ersten elektrischen Heimorgeln vom Anfang der 60er Jahre, die von der holländischen Firma Philips hergestellt wurde. Der Prophet sollte dagegen ein polyphoner Synthesizer der Firma Sequential Circuits aus den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sein. Was haben wir da noch ... MS20. Das wird wohl ein Korg MS-20 sein, ein monophoner Analogsynthesizer der erstmals 1978 zu haben war. Und dann bedient Dirk Jan Müller noch einen RS202, ein Synthesizer der Firma Roland, mit dem man Streicher- und Blechbläserklänge erzeugen konnte. Ob es sich beim MU Modular wirklich um ein E-mu Modular System handelt, ein mehrteiliger, aus den frühen 70er Jahren stammender, ziemlich sperriger analoger modularer Synthesizer der Firma E-mu Systems. Allerdings soll es nur noch rund 100 Stück davon auf der Welt geben. Allerdings habe ich durchaus den Eindruck, als könnte Dirk Jan Müller ohne Probleme ein Keyboard-Museum eröffnen. Dazu kommt noch allerlei bekannteres Instrumentarium wie Hammond Orgel, Fender Rhodes E-Piano, Mellotron, Farfisa Orgel, Perkussives, Bässe, ein Banjo, eine Mandoline und E-Gitarren. Im kurzen "Seven And Smell" erklingen sogar menschliche Stimmen. Vermittels all dieser Klangquellen haben Electric Orange ihr zehntes Album (nur die als reguläre CD oder LP erschienenen Studioalben gezählt) aufgenommen, welches passenderweise den Titel "Volume 10" bekam. Das Ergebnis ist ein sehr beeindruckendes und farbiges Gemenge an Klang, hallend-kosmisch, mächtig-tiefgründig, treibend-intensiv, monolithisch-hypnotisch, klangvoll-voluminös und ergreifend-intensiv. Eine Mischung aus Retroelektronik, Neokrautrock, Postrock, Experimentalambient und Space-Symphonik gibt es auf "Volume 10" zu hören, oder ein sehr dichtes Soundhomogenat aus Ingredienzien, die man diesen Stilhilfsbegriffen zuordnen könnte. Allzu viel krautig-spaciges Gejamme gibt es diesmal nicht zu hören. Die Musik ist seltsam ernst und ergreifend, fast erhaben bisweilen, obwohl es natürlich immer noch sehr treibende, von wuchtigem Getrommel bestimmte Abschnitte gibt (der Grossteil von "Behind The Wall Of Sheep" z.B.), die bisweilen dynamisch-repetitiv-Neu!-artig aus den Boxen gleiten. Diverse elektronische Sounds, Orgeltöne und knarrend-tiefe Streicherklänge sorgen hier oft für ein sonores Fundament, über dem sich allerlei Geklampfe, E-Gitarrengenörgel, wummernde, manchmal fast jazzig-flotte Kontrabassmuster, hallende E-Pianoschläge, diverse Synthersizerlinien, mysteriöses Violinenseufzen und das mal flott-treibende, mal getragen-rumpelnde Schlagwerk erheben. Gemächlich-statisch bis repetitiv-hektisch arbeiten sich die Klänge aus den Boxen, mal spacig-allumfassend (den Geist gefangen nehmend), mal eher verstörend, schräg und sperrig (man lausche dem abschließenden "Worn Utopia"), aber immer sehr mächtig und klangvoll. Mit "Volume 10" haben Electric Orange ein beeindruckendes Album vorgelegt, eine intensive und sehr eigenständige Sammlung an elektronisch-(post)rockigen Klangschöpfungen im krautig-kosmischen Geiste, die ich jedem Freund von solch atmosphärisch-intensiven Klängen schwer empfehlen möchte. Sehr stark!

Achim Breiling/BBS - 13/15 Punkten

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