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VOYAGER

Colours In The Sun + 1 CD Digi

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  • 28936
  • VOYAGER
  • CD
  • PROGRESSIVE
  • 01.11.2019
Voyager sind beileibe kein unbeschriebenes Blatt mehr. Gegründet im Jahre 1999 im australischen... mehr

Voyager sind beileibe kein unbeschriebenes Blatt mehr. Gegründet im Jahre 1999 im australischen Perth, feiert die Band um Sänger und Keyboarder Daniel ‘Nephil’ Estrin in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag.
Zu Anfang ihrer Karriere spielen Voyager eine Art Progressive Metal, die dem Power Metal nahe steht. Schnell kommen Vergleiche zu Bands wie Nevermore, Symphony X und Dream Theater auf. In den Jahren nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Element V”, folgen Touren mit namhaften Künstlern wie Steve Vai und Nightwish. Später folgen dann Auftritte mit modernen Legenden à la Deftones, Leprous oder Coheed & Cambria. Was sich schon auf ihrem 2011er Album “The Meaning of I” andeutet, wird auf den beiden folgenden Longplayern “V” und “Ghost Mile” weitergeführt: die Abwendung vom Power Metal hin zu djentgeschwängertem Progressive Metal mit starkem 80er Pop-Appeal.

Diesen eingeschlagenen Weg führen Voyager auf ihrer neuesten Veröffentlichung konsequent weiter. Mit “Colours in the Sun” haben Voyager einen Sound kreiert, welcher in der aktuellen Musikwelt seines Gleichen sucht: keine andere Band verschmilzt modernsten Progressive Metal so bedingungslos mit Trademarks des New-Romantic mit 80er-Jahre-Gesang, -Keyboards und -Synthesizern. Klänge, mit denen Haken auf “Affinity” und Long Distance Calling auf “Trips” im Jahre 2016 nur zu experimentieren wagten, sind bei Voyager Teil des Trademark-Sounds geworden.

Dass mit “Colours in the Sun” eine einzigartige musikalischen Legierung entstanden ist, wird schon beim Opener ‘Colours’ deutlich: was von gewaltigen 80er Synthie-Sounds eingeleitet wird, geht schon nach wenigen Momenten in einen eindringlichen Chorus über. Im folgenden wird der Song von Daniel Estrin‘s Gesang geprägt, der kontrastreich von dunklen Djent-Akkorden begleitet wird. Hier befinden sich Melodien und Groove in bester Harmonie!

Ähnlich geht es mit dem nun anschließenden ‘Severomance’ weiter. Menschen, für die Ohrwurm-Melodien im Prog Metal nicht zu suchen haben und die sich genötigt fühlen, weiterzuskippen, sollte dringlich hiervon abgeraten werden. Da sie andernfalls eines der besten Gitarrensoli der Platte verpassen. Vor allem Freunde von Caligula’s Horse werden beim Gitarrensound ihre Freude haben.

‘Brightstar’ ist dann wirklich harte Kost für all jene Menschen mittleren Alters, die in den 80er Jahren ein musikalisches Trauma davongetragen haben. Was anfangs böse Jugenderinnerungen an Abende in der Dorfdisco aufkommen lässt, verwandelt sich nach ca. 85 Sekunden in einen wahren Knaller. So würden Toto wahrscheinlich klingen, würden sie modernen Progressive Metal spielen. Spätestens nach drei Minuten sollte dann auch der letzte Djent-Fan mit im Boote sein, da hier nicht nur Bassist Alex Canion und Drummer Ashley Doodkort, sondern auch Simone Dow und Scott Kay an den Gitarren glänzen dürfen.

‘Saccharine Dream’ ist nicht ganz so zuckersüß wie sein Name vermuten lässt, da der Song schon vom ersten Moment an richtig zur Sache geht. Nichtsdestotrotz zählen Nephils Gesangslinien zu den eindringlichsten auf dem Album und laden schon nach wenigen Durchgängen zum Mitsingen ein.

Auch das nun folgende Lied macht weiter mit der eingeschlagenen Richtung: ‘Entropy’ ist poppig-tanzbare Rockmusik. Besonders herausstechend ist der Gastauftritt von Leprous-Frontmann Einar Solberg, der hier passenderweise die Zeilen “I’m the familiar voice. I’m the familiar voice of change” zum Besten gibt.


Auch die zweite Hälfte des Albums überzeugt. Anfangs allerdings auf ganz ungewohnte Art und Weise: mit Härte. ‘Reconnected’ ist eindeutig das deftigste Stück Musik auf “Coulours in the Sun”, und dies nicht nur wegen eines eingestreuten Growls, sondern vielmehr wegen der fast schon shredded gespielten Gitarren.

Das nur gut anderthalb-minütige ‘Now or Never’ ist nicht vielmehr als ein ruhiges Interlude, in dem es sich Sänger Daniel Estrin, wie schon auf vorherigen Platten, nicht nehmen lässt, ein paar Zeilen in deutscher Sprache zu singen.

Es leitet ‘Sign of the Times’ ein, einen Song, der gemacht zu sein scheint für die großen Stadien dieser Welt.

‘Water Over the Bridge’, der vorletzte Song des Albums, hätte sich genau so auch auf Haken’s “Affinity”-Album befinden können. Dies stört allerdings nicht sehr, da die Australier ihre Sache verdammt gut gemacht haben.

Wem dies allerdings dann doch zu modern klingt, für den legen Voyager noch einmal das Toto-lastige ‘Runaway’ nach, um sich mit diesem noch ein letztes Mal im Schmalz der 80er Jahre zu suhlen.

All jene, die es bis zum Ende des Albums durchgehalten haben, werden sich früher oder später genötigt fühlen, die Platte aufgrund ihrer Ohrwurm-Melodien und Hooklines immer wieder aufzulegen. Alle anderen sollten daran arbeiten, sich für alte Sounds im neuen Gewandt zu öffnen. “Colours in the Sun” ist es Wert gehört zu werden! (Flohfish/betreutesproggen.de12/15)

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