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KING, MARCUS

Eldorado

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  • 29757
  • KING, MARCUS
  • CD
  • SOUTHERN
  • 17.01.2020
Das einstige Blues-Wunderkind ist auch im Alleingang nicht aufzuhalten. Gefühlvoller Blues,... mehr

Das einstige Blues-Wunderkind ist auch im Alleingang nicht aufzuhalten. Gefühlvoller Blues, mitreißender Rock – „El Dorado“ hat alles, was das Herz begehrt.


Für sein erstes Soloalbum überließ MARCUS KING nichts dem Zufall: Der Singer-Songwriter engagierte Black-Keys-Frontmann Dan Auerbach zum Produzieren der Songs in der Americana-Hochburg Nashville, wo sich obendrein u.s. Mitglieder der Hausband von Chips Momans American Sound Studio (Dusty Springfield, Elvis Presley u.v.m.) die Ehre gaben, nachdem der Künstler das Material gemeinsam mit mehreren arrivierten Auftragskomponisten zusammengestellt hatte.

Herausgekommen ist eine Mischung aus gediegenem (Southern) Rock, Country- und frühem R&B bzw. Soul mit raffinierten Arrangements. Die einleitende Ballade 'Young Man Dream', ein vermeintliches Akustikstück, entpuppt sich rasch als schwelgerisches Wiegenlied zum eng umschlungenen Tanz, 'The Well' klingt ungefähr so, als würden The White Stripes in einer Gospel-Kirche auftreten, und 'Wildflowers & Wine' könnte glatt aus dem Motown-Hitstall respektive den frühen 1970ern stammen.

So pendelt King zwischen wahrscheinlichen Vorbildern wie Townes van Zandt, John Fogerty (Creedence Clearwater Revival) und Sam Cooke hin und her, ohne seinen bereits ausgeprägten eigenen Charakter zu verlieren. Selbiger geht vor allem mit einer markant hellen und rauchigen Stimme einher, die für melancholische Schönheiten wie 'Sweet Mariona' oder 'Love Song' geschaffen zu sein scheint.

Der Sänger und Gitarrist kann aber auch anders: 'Say You Will' ist ein kratziger Halb-Garagenrocker der aufbegehrenden Sorte mit Blues-Dreck, wie ihn Rival Songs nach ihrem Debüt nur noch vereinzelt hervorkehrten, und 'Too Much Whiskey' verbreitet augenzwinkernd ungetrübte Lebensfreude, das treibende 'Turn It Up' sogar regelrechte Euphorie.

Unterm Strich ist das Dutzend Tracks auf 'El Dorado' tatsächlich so etwas wie eine Goldgrube, wenn man den Titel mal mit etwas Fantasie auf die Qualität des Inhalts beziehen möchte.

FAZIT: MARCUS KING, der selbst noch nicht einmal ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, ist mit seinem ersten Album ein mitreißender, im besten Sinn leicht anachronistischer Crossover aus "schwarzer" und "weißer" Americana gelungen, der sich durch ganz, ganz starkes Songwriting auszeichnet. Sollte er weiterhin auf die richtigen Kollaborateure setzen oder sich sogar von ihnen emanzipieren können, steht er bald an der Spitze der Szene. (Andreas Schiffmann /musikreviews.de - 13/15)


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